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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

Qualifikationskampf für Olympia

Samstag, 05.12.2012 / 4:31 PM / NHL.com/de - IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

Von Stefan Herget - Eishockey.com

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Qualifikationskampf für Olympia
Wer sich nach der ersten Woche Eishockey-Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland die Tabelle ansieht wird ein alt gewohntes Bild feststellen.

Wer sich nach der ersten Woche Eishockey-Weltmeisterschaft in Schweden und Finnland die Tabelle ansieht wird ein alt gewohntes Bild feststellen. Kanada, Finnland und USA führen die Helsinki Gruppe an und Russland, Schweden und Tschechien die Stockholm Gruppe. Die ersten sechs der IIHF Rangliste der Eishockeyweltverbandes sind unter sich.

Danach klafft bereits eine Lücke von vier (Gruppe H) bzw. fünf Punkten (Gruppe S) zu den nächstplatzierten Teams. Obwohl diese ein Spiel weniger bestritten haben, schaut es derzeit danach aus, dass sich diese Mannschaften auf den hinteren Plätzen letztendlich nur noch um die zwei freien Plätze für das Viertelfinale streiten werden. Einzig die USA muss in den Partien gegen Finnland und die Schweiz punkten, um nicht noch nach hinten zu rutschen.

Am besten von den „Verfolgern" schlug sich bisher die Slowakei, die sich anschickt an alte Erfolge anzuknüpfen, die vor zehn Jahren in Schweden in den Gewinn der Weltmeisterschaft gipfelte. Sie unterlagen Kanada und Finnland nur knapp mit jeweils einem Tor Unterschied und bezwangen sogar die USA mit 4-2 Toren. Durch noch drei ausstehende Spiele gegen vermeintlich leichte Gegner und dem Duell auf Augenhöhe mit der Schweiz, könnte der Einzug ins Viertelfinale zu schaffen sein.

Die Eidgenossen hatten bisher etwas Pech, denn mit dem Gegenteil wäre gut und gerne mindestens ein Punkt gegen das Mutterland des Eishockeys Kanada drin gewesen. Nach großem Kampf zogen sie lediglich mit 2-3 den Kürzeren. Alles wird auf das oben bereits erwähnte Duell mit der Slowakei am morgigen Sonntagabend in Helsinki ankommen. Dann geht es genauso um die wichtige Frage, ob die Schweiz ihren siebten Platz in der IIHF Rangliste verteidigen kann, denn zwischen ihnen (1990 Punkten) und dem derzeitigen Zehnten Slowakei (1940 Punkte) liegen gerade einmal 50 Punkte. Schließlich qualifizieren sich nur die Plätze 1 bis 9 nach dem Ende der Weltmeisterschaft direkt für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi.

Dazwischen liegt auf Platz 8 noch Deutschland (1985 Punkte), die es am Sonntag eine Stunde später in Stockholm mit dem direkten Konkurrenten Norwegen (1960 Punkte) zu tun haben werden. Die Skandinavier sind in der Tabelle Neunter und haben sich im Turnier bis zu diesem Zeitpunkt gut verkauft. Die Partien gegen Schweden und Russland wurden mit zwei Treffern Unterschied verloren und gegen Tschechien hätte es fast zur Sensation gereicht, aber im Penaltyschießen blieb der Favorit siegreich.

Das deutsche Team ist nach guten Auftritten gegen Russland und Schweden, aber dem unnötigen Ausrutscher gegen Lettland zwischen Hoffen und Bangen. Der Abstieg scheint angesichts des Sieges gegen Italien und deren restlichen Aufgaben gegen Schweden und Russland wohl kein Thema, aber der Anspruch von Bundestrainer Jakob Kölliker war vor dem Turnier hoch. Seine Aussage Weltmeister werden zu wollen, hatte keiner richtig Ernst genommen, aber das Viertelfinale war als Ziel fest im Visier. Dazu müssen jetzt noch drei Siege gegen Dänemark, Norwegen und Tschechien eingefahren werden.

Aber zurück zur Olympiaqualifikation: Mindestens 40 Punkte büßen die Mannschaften gegenüber ihren Konkurrenten ein, die nicht den Einzug ins Viertelfinale schaffen. Deswegen heißt es gerade für die Schweiz, Deutschland, Norwegen und Slowakei zu kämpfen und alles zu geben, um nicht durch die Mühlen eines Olympia-Qualifikationsturniers zu müssen.

Die nächsten Tage werden die Spannung bei der Eishockey-Weltmeisterschaft erhöhen und hoffentlich gewinnen die Begegnungen dadurch etwas mehr an Intensität. Wenig motivierend für die Akteure ist der enttäuschende Zuschauerzuspruch, sowohl in Helsinki, als auch in Stockholm. Die Veranstalter haben sich offensichtlich mit komplizierten Ticketpaketen und überhöhten Preisen von über 100 Euro verspekuliert. Schade für den Sport und die Aktiven, die sicher ihr bestes geben und dazu mehr Anfeuerung verdient hätten.