Wir haben die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie aktualisiert. Durch die fortgesetzte Nutzung der Online-Services der NHL erklären Sie sich mit diesen aktualisierten Dokumenten und der Schlichtung von Streitigkeiten durch Schiedsverfahren einverstanden.
Willkommen |Konto|Abmelden 
NEU! MELDEN SIE SICH BEI IHREM SOZIALEN NETZWERK AN
ODER
 

Kovalchuk lässt seine Kritiker verstummen

Mittwoch, 05.09.2012 / 10:10 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Stefan Herget - Eishockey.com

Teile es mit Freunden


Kovalchuk lässt seine Kritiker verstummen
Im Jahr 2003, als die New Jersey Devils das letzte Mal im Conference Finale einer NHL Saison standen und anschließend auch die Ottawa Senators

Im Jahr 2003, als die New Jersey Devils das letzte Mal im Conference Finale einer NHL Saison standen und anschließend auch die Ottawa Senators, sowie im Stanley Cup Finale die damaligen Mighty Ducks of Anaheim in jeweils sieben Spielen bezwangen und die begehrte Trophäe holten, hatte Ilya Kovalchuk gerade als 20-jähriges Nachwuchstalent seine zweite Spielzeit bei den Atlanta Thrashers absolviert.

Seitdem blickt der Russe auf eine bewegte Karriere zurück mit vielen Höhen und Tiefen, Erwartungen und Enttäuschungen. An Nummer 1 von Atlanta in 2001 gedraftet, zeigte sich schon bald sein Potenzial, denn nach 29 Treffern im Rookiejahr und 38 Toren in der darauf folgenden Saison, markierte Kovalchuk stets über 40 Tore pro Saison. Aber ein Stürmer seines Formates war zu wenig, um der gesamten Mannschaft von Atlanta den nötigen Glanz zu verleihen, noch dazu talentierte Spieler wie Dany Heatley, Marc Savard oder Marian Hossa nicht gehalten werden konnten. So reichte es für die Thrashers nur zu einer Playoffqualifikation in 2007, wo man prompt in vier Partien an den New York Rangers scheiterte.

Zur Trading Deadline 2010 folgte dann der Wechsel, weil das neue Vertragsangebot in Atlanta zwar finanziell lukrativ war, aber die Qualität des Kaders wenig Aussicht auf sportliche Erfolge bot. Die New Jersey Devils erhofften sich viel von dem Deal, doch vom ausgelobten Ziel mit Ilya Kovalchuk gleich die Meisterschaft zu erringen, blieb nur ein enttäuschendes Ausscheiden in der ersten Runde gegen den späteren Finalisten Philadelphia. Im letzten Jahr kam es sogar noch schlimmer, denn mit 81 Punkten scheiterten die Devils klar an den Playoffs und Kovalchuk blieb mit 60 Scorerpunkten deutlich hinter den Erwartungen und seinen früheren Ausbeuten mit bis zu 98 Zählern in 2005-06 zurück.

Als Fehlinvestition wurde der mittlerweile 27-jährige Linksaußen abgestempelt, nachdem ihm General Manager Lou Lamoriello im Sommer 2010 einen Vertrag mit 17 Jahren Laufzeit und einem Verdienst von insgesamt 102 Millionen US-Dollars gegeben hatte, um ihn zu halten. Es passte ins Bild, dass der Vertrag anschließend von der NHL moniert wurde und nachgebessert werden musste, weil er geschickt den Salary Cap aushebelte. Erst zwei Monate später war das Geschäft mit einer Nachbesserung und Korrektur der Dauer auf 15 Jahre unter Dach und Fach.

Die Kritiker verstummen in diesem Jahr zunehmend. Schon seine reguläre Saison erinnerte mit 83 Scorerpunkten an die besten Zeiten. Hinzu kommt, dass Ilya Kovalchuk in seiner 10. NHL-Saison die meisten Spiele mit mehreren Punkten Ausbeute bei den Devils vorweisen konnte und einen neuen NHL-Rekord bei Spiel entscheidenden Toren aufstellte. Zwei wichtige Faktoren, die seinen Wert für die Mannschaft unterstreichen.

„Es ist natürlich besser als letztes Jahr", sagt Kovalchuk und betont sogleich, dass es leichter fällt zu überzeugen, wenn die Mannschaft erfolgreich ist: "Du versuchst jeden Abend dein Bestes zu geben, aber wenn das Team gewinnt, läuft alles richtig. Das hilft sehr viel."

Jetzt in den Playoffs wurden die beiden ersten Runden gemeistert und Kovalchuk zeigt weiterhin seinen Wert. Die Gegner haben Respekt vor ihm. Er führt seine Devils mit fünf Toren und sieben Vorlagen, sowie bereits drei Begegnungen mit mehreren erreichten Punkten an. Auch Sturmkollege David Clarkson glaubt, dass er auf dem besten Weg ist, alle zum Schweigen zu bringen, die ihn schon gescheitert sahen: „Ich glaube, er beantwortet dies mit der Art, wie er spielt. Er erzielt in den Playoffs wichtige Tore und er war einer der besten Spieler in dieser Saison."

Ähnlich sieht es Torhüter Martin Brodeur: „Für Kovy bedeutet es einen Durchbruch. Es dürfte ihm definitiv eine Last von seinen Schultern fallen. Er war in seiner Karriere nie in einem erfolgreichen Team und es hat eine Weile gedauert, aber jetzt erntet er die Früchte."

Wie viele es sein werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen und alle negativen Stimmen werden letztendlich erst bei einem Stanley Cup Gewinn endgültig verstummen. Dann hätten Lamoriello und Kovalchuk alles richtig gemacht. „Es fühlt sich gut an, aber es ist der Erfolg der Mannschaft", macht der Russe deutlich, dass er es nicht alleine richten kann. „Wir haben bisher wirklich gut gespielt, aber wir sind noch nicht am Ende. Wir haben noch mehr Arbeit zu verrichten."

Einen persönlich lustigen Nebeneffekt hat der Lauf der New Jersey Devils für Ilya Kovalchuk dann doch: „Zum ersten Mal in den letzten neun Jahren fahre ich nicht zur Weltmeisterschaft, also habe ich Spaß." Mal sehen, wie lange dieses Vergnügen noch anhält.