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IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

Abschlussschwäche beim DEB-Team

Mittwoch, 05.09.2012 / 6:05 PM / NHL.com/de - IIHF Eishockeyweltmeisterschaft 2012

Von Bernd Roesch - Eishockey.com

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Abschlussschwäche beim DEB-Team
Abschlussschwäche beim DEB-Team

Justin Krueger verbüßte noch seine Strafzeit, als Alexei Tereshenko zehn Minuten vor Spielende mit dem Treffer zum 2-0 den Sieg für die Sbornaja im Ericsson Globe von Stockholm vor der mageren Kulisse von nicht einmal 3000 Zuschauern perfekt machte. Der 25-fache Rekordweltmeister konnte sich erneut als haushoher Favorit gegen das deutsche Nationalteam durchsetzen.

Die Sensation vom vergangenen Jahr, als noch unter der Regie von Uwe Krupp die Russen mit 2-0 bezwungen werden konnten, blieb aus und die Mannen von Nationaltrainer Jakob Kölliker mussten trotz einer engagierten Vorstellung gegen die technisch versierteren aber in der Rückwärtsbewegung anfälligen Russen ihre zweite Niederlage bei der IIHF Eishockeyweltmeisterschaft hintereinander hinnehmen.

Als größtes Manko der Deutschen erwies sich wieder einmal die mangelnde Chancenverwertung, womit keineswegs die Leistung von Russlands NHL-Torwart Semyon Varlamov von den Colorado Avalanche, der 30 Torschüsse parieren konnte, geschmälert werden soll. Pech hatte der Ingolstädter Thomas Greilinger, als er kurz vor dem Ende des zweiten Drittels den Ausgleich auf dem Schläger hatte, aber nur das Torgestänge traf.

Auch der ehemalige Schweizer Rekordnationalspieler und jetzige Coach der deutschen Nationalmannschaft Kölliker sah in den vergebenen Torchancen die Ursache für die Niederlage: "Wir haben uns wirklich stark darum bemüht die Scheibe vor das russische Tor zu bringen, doch leider fand der Puck nicht den Weg ins Netz."

An Engagement und Einschussmöglichkeiten fehlte es dem Team wahrlich nicht. Die Abschlusschwäche der DEB-Auswahl zieht sich wie ein roter Faden durch ihre bisherigen drei Auftritte. Bezeichnenderweise haben die Deutschen von allen 16 teilnehmenden Mannschaften die meisten Torschüsse abgegeben, deren 113. Nur fünf hiervon landeten im gegnerischen Netz. Mit dieser Trefferquote von knapp über vier Prozent liegen die deutschen Jungs auf dem letzten Platz noch hinter den Italienern.

An dieser Baustelle muss das gesamte Team arbeiten, um nicht ihr Minimalziel Viertelfinale zu verpassen. Nur so wird es ihnen gelingen auch einen der 'Großen' ein Bein zu stellen und zu bezwingen. Ob dies ausgerechnet gegen das Gastgeberland Schweden, unterstützt vom heimischen Publikum in einem dann sicherlich besser gefüllten Globen gelingen wird, ist stark zu bezweifeln. Leidenschaft und Kampfgeist, wie im Spiel gegen die Sbornaja gezeigt, als Tugenden sind Voraussetzungen für eine Überraschung, die dem Team schon eher am letzten Vorrundenspieltag gegen die Tschechen zuzutrauen wäre. Das tschechische Nationalteam konnte schließlich in seinen ersten drei Partien noch nicht vollauf überzeugen.

Bevor es zu diesem Showdown kommt darf sich das DEB-Team aber keinen weiteren Ausrutscher gegen die Nationalmannschaften aus Norwegen und Dänemark leisten, wie beim 2-3 gegen Lettland. Beide haben zwar noch keinen Sieg einfahren können, erwiesen sich aber als unangenehmer Gegner, wie die gastgebenden ‚Tre Kronor‘ nach Arbeitssiegen, zu berichten wissen.

Die Letten haben sich momentan als der ärgste Konkurrent der deutschen Auswahl auf Tabellenplatz vier in der Stockholm-Gruppe herauskristallisiert. Sie sind in den bisherigen Begegnungen vor allem durch ihre disziplinierte Defensivarbeit aufgefallen. Mit nur zehn Strafminuten haben sie sich die wenigsten Strafen im bisherigen Turnierverlauf eingehandelt.

Nach den ersten drei Spieltagen bei der Weltmeisterschaft in Stockholm und Helsinki lässt sich als Resümee ziehen, dass die großen Eishockeynationen dieses Turnier durchaus ernst nehmen. Kanada, Russland sowie die beiden Gastgebernationen und letztjährigen WM-Finalisten Finnland und Schweden haben einen souveränen Start mit jeweils drei Siegen hingelegt. Sie führen die beiden achter Gruppen an. Einzig der 24-malige Weltmeister Kanada leistete sich in der Begegnung mit den US-Amerikanern einen Ausrutscher. Sie unterlagen ihrem südlichen Nachbarn in der Verlängerung mit 4-5.

Weitere Anwärter auf die Viertelfinalplätze in Helsinki sind die Schweiz nach ihren Pflichtsiegen über Kasachstan und Weißrussland, die Slowakei und last but not least die ausschließlich mit NHL-Profis angetretenen US-Amerikaner.

Der in diesem Jahr erstmals bei einer Weltmeisterschaft eingeführte Spielmodus ohne Zwischenrunde wird uns auf jeden Fall noch viele spannende Partien in der Vorrunde bieten bis dann alle acht Viertelfinalteilnehmer endgültig feststehen werden. Mit etwas mehr Scheibenglück vor dem gegnerischen Kasten wird auch das deutsche Team unter ihnen sein.