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Sabres mit „German Connection“ auf der blauen Linie

Mittwoch, 03.07.2012 / 7:37 PM / NHL.com/de - Nachrichten

Von Kevin Woodley - NHL.com Korrespondent

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Sabres mit „German Connection“ auf der blauen Linie
Alexander Sulzer war die Ironie der Situation bewusst.

Für den selten eingesetzten Verteidiger brauchte es einen Weggang von den Canucks (durch Trade), um wieder in Vancouver auf dem Eis zu stehen.

Sulzer wechselte kurz vor der NHL Trade Deadline am vergangenen Montag bei einem Tausch von insgesamt vier Spielern zusammen mit Cody Hodgson, dem Rookie of the Year-Kandidaten der Sabres, nach Buffalo. Von dort wechselten Stürmer Zack Kassian und Verteidiger Marc-Andre Gragnani zu den Sabres. Sulzer gab am Samstagabend sein Debüt für Buffalo – ausgerechnet gegen seinen alten Club in Vancouver.

„Das hat schon eine gewisse Ironie und verleiht dem Spiel besondere Brisanz“, sagte Sulzer, der in dieser Saison nur 12 Partien für Vancouver gespielt und seit dem 15. Januar nicht mehr eingesetzt worden war. „Ich bin heiß darauf, wieder zu spielen, besonders natürlich in Vancouver. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit den Jungs.“

Am Samstag ersetzte Sulzer Robyn Regehr, der wegen einer Beinverletzung ausfiel. Laut Sabres-Coach Lindy Ruff hatte sich Regehr die Verletzung am Samstag beim Fahrradfahren zugezogen und wurde am Sonntag erneut untersucht, bevor die Sabres am Dienstag in Winnipeg einen Trip mit insgesamt fünf Spielen abschlossen.

In der Zwischenzeit verstärkte sich Buffalo außerdem mit dem 20-jährigen Stürmer Marcus Foligno von Rochester aus der American Hockey League.

Ebenso erfreut wie über die Partie gegen seinen früheren Club ist Sulzer über das Zusammenspiel mit seinem Defensivpartner Christian Ehrhoff. Dieser war im vergangenen Sommer von Vancouver nach Buffalo gewechselt, nachdem klar wurde, dass die Canucks den Vertrag mit dem damaligen Free Agent nicht verlängern wollten. Auch Ehrhoff spielte am Samstag erstmals wieder gegen seinen früheren Verein. Bei insgesamt nur sechs Deutschen in der gesamten NHL ist es bemerkenswert, dass zwei davon gleichzeitig mit derselben Mannschaft auf dem Eis stehen.

„Natürlich sind wir ein geniales Gespann – eben die German Connection“, scherzt Sulzer, der schon zusammen mit Ehrhoff im deutschen Olympia- und WM-Team stand. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver teilten sie sogar das Zimmer, standen aber kaum zusammen auf dem Eis.

Sulzer ist durchaus zufrieden mit seiner neuen Situation in Buffalo, auch wenn er nur Siebter auf dem Depth Chart der Sabres ist und die beiden ersten Partien von der Ersatzbank aus verfolgen musste. In jedem Fall ist das besser als Position acht oder neun bei den Canucks.

„Es ist schwierig, als Ersatzmann Eiszeiten zu bekommen, wenn es wenige Verletzungen gibt“, so Sulzer. „Hier beträgt die Kadertiefe nur sieben Spieler. Wenn einer ausfällt, rückst du also vergleichweise schnell in die Mannschaft.“

Vancouvers defensive Kadertiefe war auch ein Grund dafür, dass die Canucks Ehrhoff nach einer Saison mit 14 Toren und 50 Punkten als Free Agent im Tausch gegen ein Viertrunden-Wahlrecht beim Draft zu den New York Islanders ziehen ließen, noch bevor der Spieler auf den freien Markt gelangt war. Die Islanders verkauften ihn dann ebenfalls für einen Viertrunden-Pick an die Sabres, wo er einen mit 40 Mio. US$ dotierten Zehnjahresvertrag erhielt.

„Ich war enttäuscht darüber, dass ich gehen musste“, sagt Ehrhoff. „Ich habe während der gesamten vergangenen Saison immer wieder gesagt, dass ich bleiben möchte, aber es kam keine finanzielle Einigung zustande. Letztlich war es eine geschäftliche Entscheidung, die GM Mike Gillis getroffen hat und die ich akzeptiere. Also nehme ich jetzt neue Ziele in Angriff.“

Ehrhoff ist sich nicht sicher, wie die Fans der Canucks bei seiner Rückkehr reagieren und gibt im Scherz vor, sich vor möglichen Buhrufen zu fürchten. Wahrscheinlicher als Unmutsbekundungen gegenüber Ehrhoff ist allerdings, dass die Aufmerksamkeit der Canucks-Anhängerschaft voll von der Rückkehr ihres einstigen Rookie-Lieblings Hodgson in Anspruch genommen wird und der Deutsche sozusagen „unter dem Radar fliegt“.

„Das könnte durchaus passieren“, so Ehrhoff „Und ich hätte nichts dagegen“.